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Mode

Upcycling für T-Shirts

Ein durchgetragenes T-Shirt liefert genug Material für eine Einkaufstasche, einen Kissenbezug oder dreißig Meter Textilgarn. Alle vier Anleitungen brauchen keine Nähmaschine.

Ein T-Shirt, das ausgedient hat, ist ein Stück Jersey von etwa einem halben Quadratmeter. Der große Vorteil dieses Materials: Es franst nicht. Die Schnittkante rollt sich beim Ziehen von selbst nach innen ein, deshalb muss beim Upcycling nichts versäubert werden. Vier Anwendungen decken so ziemlich alles ab, was ein Haushalt braucht.

1. Einkaufstasche ohne Nähen

Du brauchst: ein T-Shirt, eine scharfe Schere, 15 Minuten.

  1. Leg das Shirt flach auf den Tisch und streich es glatt.
  2. Schneide beide Ärmel entlang der Naht ab. Der entstehende Ausschnitt wird später der Griff, schneide ihn deshalb ruhig etwas großzügiger und rund.
  3. Schneide den Halsausschnitt weiter aus, in einem tiefen U. Je tiefer, desto größer die Öffnung der Tasche.
  4. Schneide von unten her Fransen ein: senkrecht nach oben, etwa 8 bis 10 Zentimeter lang, jeweils 2 Zentimeter breit. Schneide dabei durch beide Lagen, so entstehen Paare.
  5. Knote jedes vordere Fransenpaar mit dem hinteren zusammen, mit einem doppelten Knoten. Ziehe fest.
  6. Dreh die Tasche auf links. Die Knoten liegen jetzt innen, der Boden ist geschlossen.

Wer den Boden dichter haben will, verknotet die Fransen zusätzlich versetzt mit dem jeweiligen Nachbarn. Die Tasche trägt üblicherweise mehrere Kilogramm und passt zusammengeknüllt in jede Jackentasche – der einfachste Ersatz für Einwegtüten, siehe auch Müll vermeiden.

2. Textilgarn zum Häkeln

Aus einem Shirt in Größe L werden grob 25 bis 35 Meter Garn. Damit lassen sich Körbe, Untersetzer, Topflappen oder ein Teppich häkeln, mit Häkelnadel Größe 8 bis 12.

  1. Schneide Saum und Ärmel ab. Du behältst einen Schlauch.
  2. Leg den Schlauch flach hin, aber nicht bis zur oberen Kante: Lass etwa 4 Zentimeter am oberen Rand ungefaltet.
  3. Schneide vom gefalteten Rand her Streifen von 2 bis 3 Zentimetern Breite ein, bis kurz vor den ungefalteten Rand. Nicht durchschneiden.
  4. Klapp das Ganze auf. Du hast einen ungeschnittenen Streifen mit vielen Fransen daran.
  5. Schneide nun diagonal, jeweils vom Ende eines Einschnitts zum Anfang des nächsten auf der anderen Seite. So entsteht ein einziger langer Streifen ohne Knoten.
  6. Zieh den fertigen Streifen kräftig durch die Hände. Er rollt sich zu einer runden Schnur und wird dabei etwa ein Drittel länger.

Zum Verbinden zweier Stränge schneidest du in beide Enden ein kleines Loch, steckst Ende A durch Loch B, zieht das andere Ende von A durch das eigene Loch und ziehst fest. Das hält ohne Knoten und trägt nicht auf.

3. Putzlappen, die etwas taugen

Baumwolljersey nimmt mehr Wasser auf als die meisten Mikrofasertücher und hinterlässt auf Glas weniger Schlieren. Schneide Rechtecke von etwa 25 mal 25 Zentimetern aus den Vorder- und Rückteilen, ohne Nähte und ohne Drucke. Die Ärmel geben kleinere Tücher für Armaturen.

Sortiere gleich beim Zuschneiden in zwei Stapel: helle Stücke für Küche und Glas, dunkle für Schuhe, Fahrrad und Werkstatt. Waschen kannst du sie bei 60 Grad, bei Küchenlappen gelegentlich heißer. Ein einziges Shirt ersetzt so ein ganzes Paket Einwegtücher.

Wichtig: Shirts mit Polyesteranteil eignen sich schlecht, weil sie kaum Wasser aufnehmen und beim Waschen Mikrofasern freisetzen. Welche Fasern sich wie verhalten, steht unter Nachhaltige Stoffe.

4. Kissenbezug aus zwei Shirts

Für ein Kissen in 40 mal 40 Zentimetern brauchst du zwei Shirts derselben Größe oder ein sehr großes.

  1. Schneide aus beiden Shirts je ein Quadrat von 43 mal 43 Zentimetern, also mit 1,5 Zentimetern Nahtzugabe ringsum. Nimm Vorderteil und Rückteil, Nähte liegen außerhalb.
  2. Leg die Quadrate rechts auf rechts, also mit den Außenseiten nach innen.
  3. Nähe drei Seiten zusammen, mit der Maschine im Geradstich oder von Hand im Rückstich mit kurzen Stichen.
  4. Die vierte Seite bleibt offen. Wenn du einen Verschluss willst, näh am verbliebenen Bündchen entlang und nutze es als Übergriff, so wie bei einem Hotelverschluss.
  5. Wende den Bezug und zieh die Ecken sauber aus.

Der Vorteil gegenüber gekauften Bezügen: Jersey ist dehnbar und liegt glatt an, und du kannst Farbe und Muster nach Bestand kombinieren.

Was sich nicht lohnt

Shirts mit großflächigem Kunststoffdruck, mit brüchigem Aufdruck oder mit starkem Elasthananteil eignen sich für keine der vier Anwendungen richtig. Sie gehören in die Altkleidersammlung, auch wenn dort nur ein Teil verwertet wird.

Und ein Hinweis vorab: Der beste Weg, Upcycling zu vermeiden, ist Kleidung, die gar nicht erst durchscheuert. Woran sich das beim Kauf erkennen lässt, steht unter Hochwertige Kleidung erkennen, wo man solche Stücke gebraucht findet, unter Second-Hand-Tipps. Für Jeans gelten eigene Techniken, die unter DIY-Jeans-Upcycling stehen.

Häufige Fragen

Brauche ich eine Nähmaschine?

Für Tasche, Garn und Lappen nicht. Die Tasche entsteht mit Knoten, das Garn nur mit der Schere, die Lappen ebenfalls. Nur für den Kissenbezug ist eine Naht sinnvoll, und die lässt sich auch von Hand mit Rückstich nähen.

Welche Shirts eignen sich?

Am besten dichter Baumwolljersey ohne Elasthan und ohne großflächigen Druck. Dünne, ausgeleierte Shirts geben schlechtes Garn, weil die Streifen reißen. Shirts mit Kunststoffdruck taugen nicht als Lappen, weil der Druck weder Wasser aufnimmt noch dauerhaft geschmeidig bleibt.

Wie waschbar sind die Ergebnisse?

Sehr. Jersey aus Baumwolle verträgt 60 Grad, Putzlappen sogar Kochwäsche. Die Tasche mit Knotenboden hält üblicherweise mehrere Kilogramm, sollte aber nach dem Waschen wieder in Form gezogen werden.

Was mache ich mit Shirts aus Mischgewebe?

Elasthananteile machen Garn dehnbar und ungleichmäßig, das lässt sich für Körbe verwenden, für feste Taschen weniger. Polyesteranteile sind als Putzlappen ungeeignet, weil sie kaum Wasser aufnehmen und beim Waschen Mikrofasern abgeben – dazu mehr unter nachhaltige Stoffe.

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