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Greenlinks vom 30. März 2010

Die Zulassung der Gen-Kartoffel Amflora beherrschte Ende März 2010 die Schlagzeilen. Drei Jahre später war sie wieder vom Markt.

Dieser Beitrag erschien ursprünglich am 31. März 2010 auf neidgrün. Wir haben ihn überarbeitet und ergänzt, wie die Themen ausgegangen sind.

Der Aufreger dieses Tages hieß Amflora. Vier Wochen zuvor hatte die EU-Kommission die gentechnisch veränderte Stärkekartoffel von BASF zum Anbau freigegeben, die erste Anbauzulassung dieser Art in der EU seit zwölf Jahren. Auf einer Pressekonferenz erklärte ein Mikrobiologe des Universitätsklinikums Freiburg, welches Risiko er in dem enthaltenen Antibiotikaresistenzgen sehe. Greenpeace verbreitete den Mitschnitt.

Amflora, kurze Geschichte

Der Streitpunkt war ein Markergen, das im Labor half, erfolgreich veränderte Pflanzen zu erkennen, und das eine Resistenz gegen bestimmte Antibiotika vermittelt. Die europäische Lebensmittelbehörde hielt das Risiko für vernachlässigbar, die Arzneimittelbehörde widersprach in Teilen, und die Kommission entschied trotzdem. Das Verfahren war umstritten, nicht nur die Sache.

Ausgegangen ist es unspektakulär. Die Anbauflächen blieben winzig, die Stärkeindustrie zeigte wenig Interesse, der Widerstand blieb groß. BASF verlagerte seine Pflanzenbiotechnologie 2012 in die USA und stellte den Anbau ein. 2013 erklärte das Gericht der Europäischen Union die Zulassung wegen Verfahrensfehlern für nichtig. Seither wird in Deutschland keine gentechnisch veränderte Pflanze mehr kommerziell angebaut. Die Debatte selbst ist nicht verschwunden, sie hat nur das Thema gewechselt und läuft heute unter neuen Züchtungsverfahren wie der Genschere.

Ein Walsterben ohne Erklärung

Ein zweiter Link meldete das größte dokumentierte Walsterben, das man bis dahin registriert hatte. Solche Meldungen kamen 2010 vereinzelt und wurden meist ohne Ursache berichtet. Inzwischen sind Massenstrandungen und ungewöhnliche Sterblichkeitsereignisse besser untersucht, und es zeichnen sich mehrere Faktoren ab, die zusammenwirken: Unterwasserlärm, veränderte Nahrungsverfügbarkeit durch wärmeres Wasser, Schiffskollisionen, Beifang in Netzen.

Wie sich Erwärmung auf marine Nahrungsketten auswirkt und warum die Ozeane den größten Teil der zusätzlichen Wärme aufnehmen, ordnen wir in Klima und Natur verstehen ein.

Blasen gegen die Erderwärmung

Der kurioseste Fundstück des Tages war der Vorschlag eines Harvard-Physikers, Meerwasser mit feinen Luftblasen anzureichern, damit es mehr Sonnenlicht zurückwirft. Das war eine frühe Variante dessen, was heute Geoengineering heißt.

Fünfzehn Jahre später ist die Ideenlage kaum verändert und die Bewertung deutlich schärfer. Solche Verfahren adressieren ein Symptom, nicht die Ursache, sie müssten dauerhaft betrieben werden, und niemand kann die regionalen Nebenwirkungen seriös vorhersagen. Ernst genommen wird der Ansatz vor allem als Forschungsfrage, nicht als Plan.

Und der Alltag

Zwischen Kartoffel und Ozean standen wie immer die kleinen Sachen, etwa ein Programm, das über Kondome den Kautschukanbau stärken und damit Entwaldung bremsen sollte, oder Hinweise auf Konsum und Verpackung. Dieser Teil der Debatte hat sich am weitesten entwickelt: aus vagen Appellen sind konkrete Regeln geworden, von der Einwegkunststoffrichtlinie bis zu Pfandsystemen. Was davon im Haushalt tatsächlich etwas bringt, rechnen wir in Müll vermeiden durch. Weitere Fundstücke aus dieser Zeit stehen unter Bookmarks.

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