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Bookmarks

Die Greenlinks – kuratierte Fundstücke aus dem Netz. Eine Rubrik aus der Zeit vor den Algorithmen, als Empfehlungen noch von Hand weitergereicht wurden.

Die Bookmarks liefen unter dem Namen Greenlinks und waren die schlichteste Rubrik des Blogs: eine Liste von Fundstücken aus dem Netz, jeweils mit ein, zwei Sätzen kommentiert. Beiträge anderer Umweltblogs, Studien, Interviews, gelegentlich etwas Skurriles. Kein Anspruch auf Vollständigkeit, kein System, nur das, was beim Lesen hängen geblieben war.

Eine Rubrik aus einer anderen Netzarchitektur

Um 2010 war das die normale Art, Neues zu finden. Man abonnierte Blogs in einem RSS-Reader, folgte den Blogrolls in den Seitenleisten und las die Linksammlungen der Seiten, denen man vertraute. Empfehlungen liefen von Hand weiter, nicht über Empfehlungssysteme. Wer in einer solchen Sammlung auftauchte, bekam Leser, und wer regelmäßig auf andere verwies, bekam selbst Verweise zurück.

Diese Struktur ist verschwunden. Der bekannteste RSS-Reader wurde 2013 eingestellt, die Verteilung wanderte in soziale Netzwerke, und mit ihr die Kontrolle darüber, was überhaupt sichtbar wird. Die Greenlinks sind damit auch ein Dokument über eine Netzarchitektur, die es so nicht mehr gibt.

Die Auswahl war entsprechend persönlich und machte daraus kein Geheimnis. Es gab keinen Anspruch auf Ausgewogenheit und keine Redaktionskonferenz, nur die Entscheidung, ob ein Text es wert war, weitergereicht zu werden. Genau deshalb funktionierte das Format: Man wusste, wessen Geschmack man da folgte, und konnte ihn einschätzen.

Die meisten Ziele sind tot

Das ist der unangenehme Teil. Ein großer Teil der damals verlinkten Seiten existiert nicht mehr. Zwischen 2012 und 2015 wurde die Mehrzahl der deutschsprachigen Umweltblogs eingestellt, oft ohne Ankündigung. Domains liefen aus, wurden weiterverkauft und tragen heute etwas völlig anderes. Wo ein Ziel eindeutig verschwunden ist, steht der Verweis hier ohne Link.

Trotzdem bleibt die Sammlung erhalten, weil sie als Ganzes mehr aussagt als ihre Einzelteile. Sie zeigt, welche Themen im deutschsprachigen Umweltnetz um 2010 verhandelt wurden, welche Stimmen dabei eine Rolle spielten und wie breit das Feld damals war. Diese Landkarte lässt sich aus den Einzelseiten nicht mehr rekonstruieren, weil es sie nicht mehr gibt.

Was an ihre Stelle getreten ist

Die kurzen eigenen Meldungen derselben Jahre stehen unter Kurz notiert, die längeren Schwerpunkte unter Specials. Wer statt einer Linksammlung eine geordnete Einführung in die Sachfragen sucht, findet sie unter Klima und Natur verstehen. Der Rahmen des Archivs steht unter Archiv.

Alle Themen in dieser Rubrik

Greenlinks 15.1.2010

Der Januar 2010 war der Kater nach Kopenhagen. Ein Rückblick auf die Themen, die an diesem Tag durch die grünen Blogs liefen.

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Greenlinks 14.3.2010

Grüne Gebäudetechnik war im März 2010 ein Vorzeigethema. Was damals als Leuchtturm galt und was daraus in fünfzehn Jahren geworden ist.

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Greenlinks 30.3.2010

Die Zulassung der Gen-Kartoffel Amflora beherrschte Ende März 2010 die Schlagzeilen. Drei Jahre später war sie wieder vom Markt.

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Greenlinks 12.4.2010

Im April 2010 lief die erste große Social-Media-Kampagne gegen einen Lebensmittelkonzern. Sie hat die Spielregeln verändert.

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Greenlinks 13.4.2010

Eine Umfrage bescheinigte den Deutschen Bestwerte beim Mülltrennen. Was diese Zahl damals wert war und was sie heute bedeutet.

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Greenlinks 17.4.2010

Grüner Urlaub, gemeinsames Einkaufen als Protestform und Schuhe aus Karton. Ein Samstag im April 2010, nachträglich sortiert.

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Greenlinks 18.4.2010

Mitten im Flugverbot warnten Medien vor dem nächsten, größeren Ausbruch. Fünfzehn Jahre später ist er nicht gekommen.

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Greenlinks 19.4.2010

Im April 2010 versprachen Konzeptstudien Autos, die Kohlendioxid fressen. Es lohnt sich, solche Ankündigungen nach fünfzehn Jahren nachzuschlagen.

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Greenlinks 20.4.2010

Am Tag, an dem die Deepwater Horizon explodierte, ging es in den grünen Blogs noch um Biosprit, Mangroven und Vulkanasche.

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Greenlinks 21.4.2010

100 Millionen Euro für die deutsche Photovoltaik, beschlossen im April 2010. Zwei Jahre später war die Branche größtenteils verschwunden.

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Greenlinks 26.4.2010

Zwei Tage zuvor hatte sich eine Menschenkette durch Norddeutschland gezogen. Ein Jahr später war der Atomausstieg beschlossen.

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Greenlinks 27.4.2010

Eine Vogelzählung zum Mitmachen, damals eine Randnotiz. Heute liefert sie eine der längsten Datenreihen zum Zustand der Gärten.

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Greenlinks 7.8.2010

Ein Sommertag voller Tiervideos, dazwischen eine Technikidee, die fünfzehn Jahre später immer noch im Versuchsstadium steckt.

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Greenlinks 8.8.2010

Algen sollten 2010 die Welt retten, Baumhotels waren der letzte Schrei. Was aus beidem geworden ist.

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Greenlinks 18.10.2010

Vier Fundstücke aus dem Herbst 2010, vom Albino-Marienkäfer bis zur Zahnbürste. Drei davon sind heute noch relevant.

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Greenlinks 2.12.2010

2010 galten Handyhersteller als Vorreiter beim Umweltschutz. Was aus dem Versprechen wurde und warum Löwenschutz besser lief.

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Greenlinks 6.12.2010

Ein Salzsee in Kalifornien lieferte im Dezember 2010 die spektakulärste Meldung der Woche. Sie hielt nicht lange.

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Greenlinks 7.1.2011

Zum Jahresauftakt 2011 zeigte die Elektronikbranche ihren grünsten Fernseher. Der wirkliche Fortschritt kam von woanders.

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Vulkanbilder

Im April 2010 verbreitete sich eine Bildstrecke zum Ausbruch des Eyjafjallajökull durch die halbe deutsche Blogosphäre. Ein Rückblick auf die Woche ohne Flugzeuge.

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Häufige Fragen

Was waren die Greenlinks?

Eine regelmäßige Sammlung von Fundstücken aus dem Netz. Beiträge anderer Umweltblogs, Studien, Interviews, gelegentlich Kurioses. Die Auswahl wurde von Hand getroffen und kurz kommentiert, meist in ein bis zwei Sätzen je Link.

Funktionieren die verlinkten Seiten noch?

Ein großer Teil nicht. Zwischen 2012 und 2015 wurde die Mehrzahl der damals aktiven Umweltblogs eingestellt, viele Domains sind seither erloschen oder weiterverkauft. Wo ein Ziel eindeutig nicht mehr existiert, steht der Verweis ohne Link.

Warum bleibt eine Linksammlung mit toten Links erhalten?

Weil die Sammlung selbst die Information ist. Sie zeigt, welche Stimmen 2010 im deutschsprachigen Umweltnetz gehört wurden und worüber sie geschrieben haben. Diese Landkarte gibt es sonst nirgends mehr, weil die Einzelseiten verschwunden sind.

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