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Greenlinks vom 12. April 2010

Im April 2010 lief die erste große Social-Media-Kampagne gegen einen Lebensmittelkonzern. Sie hat die Spielregeln verändert.

Dieser Beitrag erschien ursprünglich am 13. April 2010 auf neidgrün. Wir haben ihn überarbeitet und ergänzt, wie die Themen ausgegangen sind.

Mitte April 2010 lief in den Umweltblogs vor allem ein Thema: Palmöl. Greenpeace hatte wenige Wochen zuvor eine Kampagne gegen Nestlé gestartet, die sich um einen Schokoriegel und die Rodung indonesischer Regenwälder drehte. Daneben liefen die Vorbereitungen auf den Earth Day, der in diesem Jahr zum vierzigsten Mal stattfand.

Die Kampagne, die die Regeln änderte

Die Palmöl-Kampagne war inhaltlich nicht neu. Neu war, wie sie funktionierte. Es gab ein kurzes Video, das gezielt provozierte, es gab eine Welle von Kommentaren auf der Facebook-Seite des Konzerns, und es gab den Versuch, diese Kommentare zu löschen. Genau dieser Versuch machte aus einer Kampagne einen Skandal, der wochenlang lief.

Nestlé sagte im Mai 2010 zu, kein Palmöl mehr aus Regenwaldzerstörung zu beziehen, und beendete die Geschäftsbeziehung zu einem Zulieferer. Die Lieferkette war damit aber nicht sauber, denn über Zwischenhändler lief der Bezug weiter. Bis eine halbwegs belastbare Rückverfolgbarkeit stand, vergingen Jahre, und die Diskussion über Palmöl in Lebensmitteln, Kosmetik und Kraftstoff läuft bis heute.

Was von 2010 blieb, ist das Kampagnenmuster. Der Umweg über die Öffentlichkeit statt über den Gesetzgeber ist seither Standard, mit allen Vor- und Nachteilen: schnell, wirksam bei bekannten Marken, wirkungslos bei allen anderen. Wo dasselbe Muster in der Kleiderbranche zu echten Veränderungen geführt hat und wo nicht, steht in der Rubrik Nachhaltige Mode.

Vierzig Jahre Earth Day

Der Earth Day geht auf das Jahr 1970 zurück, als in den USA Millionen Menschen für Umweltgesetze auf die Straße gingen. Aus diesen Protesten entstanden binnen weniger Jahre die amerikanische Umweltbehörde und eine Reihe von Gesetzen zu Luft und Wasser. Das war der Beleg dafür, dass ein Aktionstag mehr sein kann als Symbolik.

Vierzig Jahre später, im April 2010, war davon nicht mehr viel übrig. Der Tag lief als Sammlung von Pflanzaktionen, Firmenaktionen und Ratgeberlisten mit zehn Tipps für die Umwelt. Auch das hat sich nicht wesentlich geändert. Aktionstage taugen zur Aufmerksamkeit, nicht zur Wirkung. Die kommt aus Regeln, Preisen und dem, was Haushalte dauerhaft anders machen.

Der Teil, der geblieben ist

Der nüchterne Rest dieser Linksammlung drehte sich um Konsum: worauf beim Einkauf zu achten sei, welche Siegel etwas bedeuten, wie sich Verpackung vermeiden lässt. Diese Fragen sind fünfzehn Jahre später dieselben, nur besser beantwortbar. Bei Verpackungen gibt es inzwischen Regeln statt Appelle, und bei Siegeln lässt sich unterscheiden, welche geprüft werden und welche Eigenwerbung sind.

Wo im Haushalt tatsächlich Müll anfällt und welche Umstellungen sich rechnen, steht unter Müll vermeiden. Die größeren Zusammenhänge dahinter, von Landnutzung bis Emissionen, ordnen wir in Klima und Natur verstehen ein. Weitere Fundstücke aus diesem Frühjahr liegen unter Bookmarks.

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