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Greenlinks vom 17. April 2010

Grüner Urlaub, gemeinsames Einkaufen als Protestform und Schuhe aus Karton. Ein Samstag im April 2010, nachträglich sortiert.

Dieser Beitrag erschien ursprünglich am 18. April 2010 auf neidgrün. Wir haben ihn überarbeitet und ergänzt, wie die Themen ausgegangen sind.

Diese Sammlung war ein Konsumtag. Es ging um ökologische Ferienhäuser, um eine Protestform namens Carrotmob, um Stiefel aus Altpapier und Cornflakes-Kartons und um einen brasilianischen Kosmetikunternehmer, der wenige Monate später als Vizekandidat der Grünen-Politikerin Marina Silva in den Präsidentschaftswahlkampf ging.

Der Carrotmob und was daraus wurde

Die Idee war schlicht und dadurch reizvoll: Statt einen Laden zu boykottieren, verabreden sich Hunderte Menschen, an einem Tag genau dort einzukaufen. Im Gegenzug steckt der Händler einen zugesagten Teil des Tagesumsatzes in Energiesparmaßnahmen, in neue Kühlung, Dämmung oder Beleuchtung. Belohnung statt Druck, daher der Name.

In Köln und einigen anderen Städten wurde das 2010 tatsächlich durchgeführt. Geblieben ist die Aktionsform trotzdem nicht. Sie funktioniert nur mit inhabergeführten Läden, sie ist organisatorisch aufwendig und einmalig, und der eingesparte Strom ist gemessen am Aufwand gering. Als Idee ist der Carrotmob interessanter als in der Bilanz, was für viele Ansätze dieser Jahre gilt.

Der dauerhafte Hebel liegt bei den Verträgen, die man einmal abschließt und dann jahrelang laufen lässt, beim Strom etwa. Was dabei tatsächlich zählt und was nur Etikett ist, steht in der Rubrik Ökostrom und Energie.

Ökologische Feriendomizile

Der Beitrag über energetisch nachhaltig gebaute Ferienhäuser argumentierte, ein erholsamer Urlaub in unberührter Natur lasse sich mit umweltverträglichem Bauen verbinden. Das ist richtig und blendet den entscheidenden Posten aus. Bei einer Reise entscheidet die Anfahrt, nicht die Unterkunft. Ein Ferienhaus mit Wärmepumpe und Solaranlage ändert an der Bilanz wenig, wenn es mit dem Flugzeug erreicht wird.

Diese Reihenfolge hat sich seither in der Fachdiskussion durchgesetzt, in der Vermarktung nicht. Nachhaltigkeitssiegel für Unterkünfte gibt es heute reichlich, Angaben zur Anreise selten. Wie sich solche Größenordnungen einordnen lassen, ohne in Zahlensalat zu enden, zeigen wir in Klima und Natur verstehen.

Stiefel aus Altpapier

Der Fundstück des Tages waren Stiefel, hergestellt aus Altpapier und alten Cornflakes-Kartons. Solche Objekte tauchten damals regelmäßig in grünen Blogs auf, meist als Studienprojekt, selten als Produkt.

Das ist symptomatisch für die Materialexperimente dieser Jahre. Aus Pilzmyzel, Ananasblättern, Apfeltrester und Kaffeesatz wurden Prototypen, die in Ausstellungen glänzten und dann in der Serienfertigung an Haltbarkeit, Preis oder Skalierbarkeit scheiterten. Ein paar Materialien haben es geschafft, die meisten nicht. Der weitaus größere Effekt in der Kleiderfrage liegt bis heute nicht im Material, sondern in der Nutzungsdauer: Ein Schuh, der doppelt so lange getragen wird, schlägt jedes Experiment. Was das konkret heißt, steht unter Nachhaltige Mode.

Weitere Fundstücke aus diesem April liegen unter Bookmarks.

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