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Greenlinks vom 19. April 2010

Im April 2010 versprachen Konzeptstudien Autos, die Kohlendioxid fressen. Es lohnt sich, solche Ankündigungen nach fünfzehn Jahren nachzuschlagen.

Dieser Beitrag erschien ursprünglich am 19. April 2010 auf neidgrün. Wir haben ihn überarbeitet und ergänzt, wie die Themen ausgegangen sind.

Der Aufmacher dieses Tages war eine Ankündigung aus Shanghai. Zur Weltausstellung wollte China in einem Pavillon mit dem Titel einer Fahrt ins Jahr 2030 eine Konzeptstudie für das erste Kohlendioxid fressende Auto zeigen. Eine große Wochenzeitung berichtete darüber, und die grünen Blogs griffen es dankbar auf. Daneben standen Gehwegplatten, die Straßenlampen mit Strom versorgen sollten, ein Wettbewerb des WWF und mehrere Meldungen aus dem Bio-Regal.

Konzeptstudien und ihre Halbwertszeit

Aus dem Kohlendioxid fressenden Auto ist nichts geworden. Das ist keine Überraschung, sondern der Normalfall bei Fahrzeugen, die auf Weltausstellungen stehen. Chemisch ist das Einfangen von Kohlendioxid aus der Luft möglich, energetisch aber teuer, und ein Fahrzeug ist die denkbar ungünstigste Plattform dafür: zu wenig Platz, zu wenig Energie, zu geringe Luftdurchsätze. Die Verfahren, die es tatsächlich in den Betrieb geschafft haben, stehen als Anlagen in der Landschaft und arbeiten in Größenordnungen, die im Verhältnis zu den Emissionen bis heute klein sind.

Ähnlich erging es den piezoelektrischen Gehwegplatten. Sie funktionieren, sie wurden in mehreren Städten verbaut, und sie liefern pro Schritt so wenig Leistung, dass die Anlagen als Demonstration interessant bleiben und als Stromquelle bedeutungslos. Was tatsächlich Kilowattstunden liefert, sind Anlagen mit Fläche und Wind, im Kleinen inzwischen auch ein Balkonkraftwerk, das ohne Handwerker auskommt und sich in überschaubarer Zeit amortisiert.

Bio im Supermarkt

Mehrere Links des Tages kamen aus dem Lebensmittelbereich: eine Biokette, die faire Bezahlung ankündigte, Garnelen aus Aquakultur mit EU-Prüfsiegel, und eine Meldung von Greenpeace über gentechnisch verunreinigtes Saatgut auf deutschen Äckern.

Der Bio-Markt hat sich seither ungefähr verdoppelt, gemessen am Anteil des Lebensmittelumsatzes, und ist damit deutlich langsamer gewachsen, als es die Prognosen von 2010 wollten. Der Vertrieb hat sich verschoben, weg von Fachgeschäften hin zu Discountern, was den Preisdruck in die Erzeugung durchgereicht hat. Das Siegel allein sagt deshalb heute weniger über Anbauweise und Betriebsgröße als damals, und es lohnt sich, zwischen dem EU-Bio-Standard und den strengeren Verbandsstandards zu unterscheiden.

Zehn kleine Änderungen

Am Ende der Sammlung stand, wie in fast jeder Linkliste dieser Jahre, eine Liste mit zehn kleinen Änderungen für eine bessere Umwelt. Der Text argumentierte, viele Menschen wollten helfen, wüssten aber nicht wie, und der Effekt einzelner Schritte erscheine zu klein, um sich zu lohnen.

Der Einwand ist berechtigt und die übliche Antwort darauf falsch. Es hilft nicht, viele kleine Dinge zu tun, sondern die wenigen großen zu finden. Im Haushalt liegen die relevanten Posten bei Heizung, Mobilität und Strom, danach kommt lange nichts. Wo genau die Kilowattstunden hängen, rechnen wir in der Rubrik Ökostrom und Energie durch. Der Rest, von der Mülltrennung bis zum Einkaufszettel, ist nicht wertlos, aber er ersetzt die Rechnung nicht. Praktisches dazu steht unter Müll vermeiden und Garten und Natur.

Weitere Fundstücke aus diesem Frühjahr liegen unter Bookmarks.

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