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Greenlinks vom 20. April 2010
Am Tag, an dem die Deepwater Horizon explodierte, ging es in den grünen Blogs noch um Biosprit, Mangroven und Vulkanasche.
Dieser Beitrag erschien ursprünglich am 20. April 2010 auf neidgrün. Wir haben ihn überarbeitet und ergänzt, wie die Themen ausgegangen sind.
Diese Sammlung entstand an einem Tag, dessen wichtigstes Ereignis erst nachts geschah. Am Abend des 20. April 2010 explodierte im Golf von Mexiko die Bohrplattform Deepwater Horizon. Was hier steht, stammt aus den Stunden davor: Vulkanasche im Südschwarzwald, Mangroven in Vietnam, ein Biosprit-Ziel unter Beschuss und eine Chemiemülldeponie im Schweizer Jura.
Das Biosprit-Ziel
Der schärfste Beitrag des Tages argumentierte, das Zehn-Prozent-Ziel für Biokraftstoffe richte mehr Schaden an, als es nütze, und Brüssel gehe es dabei nicht in erster Linie um Umweltschutz. Das war 2010 eine Minderheitenmeinung mit wachsender Anhängerschaft.
Sie hat sich weitgehend durchgesetzt. Kraftstoff aus Raps, Mais oder Palmöl braucht Fläche, und Fläche ist endlich. Wird sie für Tank statt Teller genutzt, weicht der Anbau von Nahrungsmitteln anderswohin, im ungünstigen Fall in Wald oder Moor. Diese indirekte Landnutzungsänderung kann die Bilanz eines Biokraftstoffs komplett kippen. Die EU hat die Anrechnung von Anbaubiomasse in den folgenden Jahren gedeckelt und Palmöl gesondert eingeschränkt.
Was blieb, ist eine nützliche Faustregel für Energiedebatten: Verfahren, die viel Fläche brauchen, um wenig Energie zu liefern, geraten früher oder später in Konflikt mit anderer Flächennutzung. Photovoltaik liefert je Quadratmeter ein Vielfaches dessen, was Anbaubiomasse schafft. Warum das für die Frage nach dem eigenen Strom relevant ist, steht in der Rubrik Ökostrom und Energie.
Mangroven als Küstenschutz
Ein Video des Tages zeigte Küstenschutz durch Wiederaufforstung in Vietnam. Gemeint waren Mangroven, die zwischen Land und Meer wachsen und Wellenenergie brechen, bevor sie auf Deiche und Dörfer trifft.
Aus dem Randthema von 2010 ist eines der besser belegten Naturschutzargumente überhaupt geworden. Mangroven dämpfen Sturmfluten, stabilisieren Sedimente, dienen als Kinderstube für Fische und speichern pro Fläche ein Vielfaches der Kohlenstoffmenge eines gewöhnlichen Waldes, das meiste davon im Boden. Gleichzeitig sind sie weiter unter Druck, vor allem durch Garnelenzucht und Küstenbebauung. Wie solche Ökosystemleistungen bewertet werden und warum sie in Rechnungen oft fehlen, ordnen wir in Klima und Natur verstehen ein.
Eine Deponie wird ausgeräumt
Der ruhigste Erfolg des Tages kam aus dem Schweizer Jura. In Bonfol hatte die Chemieindustrie jahrzehntelang Abfälle in einer Tongrube abgelagert. Nach über einem Jahrzehnt Auseinandersetzung war Anfang April der Spatenstich zur vollständigen Räumung erfolgt, nicht zur Abdeckung, sondern zum Ausbaggern und Verbrennen des Materials.
Die Sanierung zog sich noch Jahre hin und wurde teuer, aber sie wurde zu Ende geführt. Das ist die seltenere Sorte Umweltgeschichte: kein Skandal, sondern ein abgeschlossener Vorgang mit einem Ergebnis. Nebenbei ist Bonfol ein Beleg dafür, dass Altlasten Jahrzehnte überdauern und die Kosten dann bei der Allgemeinheit landen, ein Argument, das in Debatten über Deponien und Bergbaufolgen bis heute trägt.
Kleinteiliges vom selben Tag, etwa Feinstaubwerte durch Vulkanasche oder städtische Ackerflächen, findet sich unter Bookmarks. Was heute daraus im Garten folgt, steht unter Garten und Natur.
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