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Greenlinks vom 26. April 2010
Zwei Tage zuvor hatte sich eine Menschenkette durch Norddeutschland gezogen. Ein Jahr später war der Atomausstieg beschlossen.
Dieser Beitrag erschien ursprünglich am 26. April 2010 auf neidgrün. Wir haben ihn überarbeitet und ergänzt, wie die Themen ausgegangen sind.
Zwei Meldungen dieses Tages haben die folgenden Jahre geprägt. Die eine kam aus Norddeutschland, wo sich am Wochenende zuvor eine Menschenkette über 120 Kilometer zwischen zwei Kernkraftwerken gezogen hatte. Die andere kam aus dem Golf von Mexiko, wo sechs Tage nach der Explosion einer Bohrplattform aus einer Havarie eine Umweltkatastrophe wurde. Dazwischen standen ein Filmtrailer, Elektroschrott, Thunfisch und die Warnung eines Astrophysikers vor Außerirdischen.
Die Kette und was aus ihr wurde
Die Kette zwischen Krümmel und Brunsbüttel war Teil der Auseinandersetzung um die Laufzeiten deutscher Kernkraftwerke. Die Bundesregierung plante eine Verlängerung, die Anti-Atom-Bewegung mobilisierte dagegen, nach Veranstalterangaben mit rund 120.000 Teilnehmern.
Im Herbst 2010 kam die Laufzeitverlängerung trotzdem. Sie hielt ein halbes Jahr. Nach der Reaktorkatastrophe im japanischen Fukushima im März 2011 wurde sie zurückgenommen, acht Reaktoren gingen sofort vom Netz, für die übrigen wurde ein Enddatum festgelegt. Das letzte deutsche Kernkraftwerk lief bis April 2023.
Die Bewegung hat also gewonnen, aber nicht wegen der Kette. Den Ausschlag gab ein Ereignis auf der anderen Seite der Welt. Was daraus folgte, prägt die Energiedebatte bis heute: der Umbau der Erzeugung, der Streit über Versorgungssicherheit und die immer noch offene Frage der Endlagerung. Wie sich der deutsche Strommix seither verschoben hat und was das für einen einzelnen Haushalt bedeutet, steht in der Rubrik Ökostrom und Energie.
Der Golf von Mexiko
Am 26. April war das Ausmaß der Katastrophe noch nicht absehbar. Die Tagesschau berichtete an diesem Tag mit einem Fragezeichen im Titel. Es dauerte 87 Tage, bis das Bohrloch verschlossen war, und in dieser Zeit gelangten rund 780 Millionen Liter Öl ins Meer.
Die Folgen sind bis heute Gegenstand von Forschung. Ein Teil des Öls wurde abgebaut, ein Teil sank in Sedimente, Bestände von Fischen, Meeressäugern und Seevögeln erholten sich unterschiedlich schnell, manche gar nicht. Der Konzern zahlte über die Jahre eine der höchsten Umweltstrafen der Geschichte. Die Tiefseebohrungen im Golf laufen weiter, heute in größeren Wassertiefen als 2010.
Der blaue Thunfisch
Ein leiser Link des Tages galt dem Blauflossenthunfisch, dessen Bestände damals als kurz vor dem Zusammenbruch galten. Ein Antrag, den Handel international zu beschränken, war wenige Wochen zuvor gescheitert.
Dieser Fall ging überraschend gut aus. Statt eines Handelsverbots wurden über die zuständige Fischereikommission die Fangquoten drastisch gesenkt und die Kontrollen verschärft. Die Bestände im Ostatlantik und Mittelmeer haben sich seither deutlich erholt, so weit, dass die Quoten wieder angehoben wurden. Es ist eines der wenigen Beispiele, in denen konsequentes Quotenmanagement einen Bestand zurückgeholt hat, und ein Argument gegen die Annahme, in der Fischerei sei ohnehin alles verloren.
Zu den Zusammenhängen zwischen Nutzung und Erholung von Beständen mehr in Klima und Natur verstehen. Weitere Fundstücke aus dieser Woche stehen unter Bookmarks, der Gesamtbestand im Archiv.
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