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Greenlinks vom 27. April 2010
Eine Vogelzählung zum Mitmachen, damals eine Randnotiz. Heute liefert sie eine der längsten Datenreihen zum Zustand der Gärten.
Dieser Beitrag erschien ursprünglich am 27. April 2010 auf neidgrün. Wir haben ihn überarbeitet und ergänzt, wie die Themen ausgegangen sind.
Diese Sammlung war eine Mischung aus Katastrophe und Wohnzimmer. Im Golf von Mexiko wuchs der Ölteppich, in Washington wartete ein Zoo auf Pandanachwuchs, Forscher berichteten über trauernde Schimpansen, und der Naturschutzbund rief zur Stunde der Gartenvögel auf, damals angesetzt für den 7. bis 9. Mai.
Die Vogelzählung, die eine Datenreihe wurde
Von allen Links dieses Tages hat der unscheinbarste den größten Bestand. Die Stunde der Gartenvögel läuft seit 2005, sie funktioniert denkbar einfach: eine Stunde lang im Garten, auf dem Balkon oder im Park sitzen, die Vögel je Art in der größten gleichzeitig gesehenen Zahl notieren, melden. 2010 machten einige zehntausend Menschen mit, inzwischen sind es regelmäßig weit mehr.
Solche Massenzählungen ersetzen keine wissenschaftliche Bestandserfassung, dafür sind Beobachtungsbedingungen und Artenkenntnis zu unterschiedlich. Über zwanzig Jahre hinweg liefern sie aber Trends, und die Trends sind eindeutig genug: Arten, die auf Insekten angewiesen sind, gehen zurück, ebenso Gebäudebrüter, denen bei Sanierungen die Nischen verloren gehen. Was man im eigenen Garten dagegen tun kann, von der Strukturvielfalt bis zum Verzicht auf Kurzschnitt, steht in der Rubrik Garten und Natur.
Trauernde Schimpansen
Ein Bericht des Tages beschrieb, wie Schimpansen mit dem Sterben älterer Artgenossen umgehen: intensive Zuwendung in den letzten Stunden, Wache halten nach dem Tod, gegenseitiges Trösten. Für 2010 war das eine ungewöhnlich weit gehende Deutung tierischen Verhaltens.
Sie ist seither breiter belegt worden, und zwar über mehrere Arten hinweg. Elefanten, Delfine, Rabenvögel und Primaten zeigen Verhaltensweisen, die sich mit reiner Reiz-Reaktion schlecht erklären lassen. Die Forschung ist dabei vorsichtiger geworden in der Wortwahl und mutiger in der Sache. Für den praktischen Naturschutz ist das nicht folgenlos, weil sich Argumente über Tierwohl schlechter abtun lassen, wenn die Datenlage stimmt.
Gen-Mais und Wetterbilanz
Zwei nüchterne Meldungen standen daneben. Greenpeace berichtete über gentechnisch verunreinigtes Saatgut auf deutschen Äckern, obwohl der Anbau verboten war. Und der Deutsche Wetterdienst legte seine Bilanz für 2009 vor: zu warm, passend zu den Erwartungen an ein sich änderndes Klima.
Beim Saatgut hat sich die Lage entspannt, weil der kommerzielle Anbau in Europa ohnehin praktisch zum Erliegen kam. Bei der Wetterbilanz ist aus der Einzelmeldung eine Reihe geworden. Die zehn wärmsten Jahre der deutschen Messreihe liegen sämtlich nach 2000, und einzelne Jahresrekorde sind längst keine Nachricht mehr wert. Interessanter als der Mittelwert sind die Verteilungen: längere Trockenphasen, verschobene Vegetationszeiten, häufigere Starkregen. Was das für Boden und Bepflanzung bedeutet, ordnen wir in Klima und Natur verstehen ein.
Am Rand lief noch ein Beitrag über Ökodruckereien und einer über Geld sparen durch grüneres Verhalten. Der zweite hat sich gehalten, weil er stimmt, wo es um Verbrauch geht, und nicht stimmt, wo es um Anschaffungen geht. Was davon im Haushalt trägt, rechnen wir unter Müll vermeiden durch. Weitere Fundstücke aus dieser Woche stehen unter Bookmarks.
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