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Greenlinks vom 8. August 2010

Algen sollten 2010 die Welt retten, Baumhotels waren der letzte Schrei. Was aus beidem geworden ist.

Dieser Beitrag erschien ursprünglich am 9. August 2010 auf neidgrün. Wir haben ihn überarbeitet und ergänzt, wie die Themen ausgegangen sind.

Der erste Link dieser Sammlung trug eine Überschrift, wie sie 2010 üblich war: Algen retten die Welt. Danach ging es kleinteiliger weiter, mit einer Sammlung skurriler Bäume, mit Blüten im Röntgenbild als Kunstform, mit Hotelzimmern in Baumkronen und mit Vogelfotografie.

Die Algen und ihr Versprechen

Algen waren um 2010 der Hoffnungsträger schlechthin. Das Argument war schlüssig: Sie wachsen schneller als Landpflanzen, brauchen keine Ackerfläche, kommen mit Salzwasser aus und enthalten viel Öl. Ein Kraftstoff aus Algen würde die Flächenkonkurrenz umgehen, an der Biosprit aus Raps und Mais scheitert. Mehrere Ölkonzerne legten große Forschungsprogramme auf.

Ausgegangen ist es ernüchternd. Der Ertrag pro Fläche blieb hinter den Laborwerten zurück, Ernte und Trocknung fraßen einen großen Teil der gewonnenen Energie, Verunreinigungen mit Fremdorganismen machten offene Becken instabil, und die Anlagenkosten sanken nicht. Ab 2017 wurden die großen Programme zurückgefahren.

Verschwunden sind Algen deshalb nicht. Sie werden heute in ordentlichen Mengen produziert, nur für andere Zwecke: als Futtermittel in der Aquakultur, als Rohstoff für Kosmetik, als Nahrungsergänzung und als Basis für Farbstoffe. Das ist weniger spektakulär und funktioniert. Der Fall taugt als Muster für viele Umwelttechnologien dieser Jahre: Das Verfahren war nie falsch, nur der Anwendungsfall, für den es beworben wurde.

Bäume als Sehnsuchtsobjekt

Der Rest dieser Sammlung drehte sich um Bäume, und das ziemlich unschuldig: die zehn seltsamsten Bäume der Erde, ein Hotel mit Zimmern in Baumkronen, dazu Baumhäuser in verschiedenen Bauarten. Solche Beiträge liefen 2010 verlässlich gut, und sie funktionieren heute noch.

Interessant ist, was aus dem Thema geworden ist. Der Baum ist von der Kulisse zum Argument aufgestiegen. Stadtbäume gelten inzwischen als Infrastruktur, weil sie messbar kühlen: Der Unterschied zwischen beschattetem und unbeschattetem Asphalt beträgt an heißen Tagen mehrere Grad Lufttemperatur und weit mehr an der Oberfläche. Gleichzeitig ist der Bestand unter Druck, weil trockene Sommer und Streusalz alten Bäumen zusetzen und Nachpflanzungen Jahrzehnte brauchen, bis sie dieselbe Kronenfläche haben.

Wer im eigenen Garten etwas davon nachbauen will, findet die Überlegungen dazu in der Rubrik Garten und Natur, von der Standortwahl bis zur Frage, welche Arten mit trockeneren Sommern zurechtkommen. Die Zusammenhänge zwischen Stadtklima, Verdunstung und Hitzetagen ordnen wir in Klima und Natur verstehen ein.

Blüten im Röntgenbild

Der schönste Link des Tages zeigte Röntgenaufnahmen von Blumen, koloriert und als Kunstform ausgestellt. Solche Bilder machen sichtbar, was die Betrachtung von außen verdeckt: die Struktur, die Stiel und Blüte trägt.

Das ist der Grund, warum diese Sammlungen bis heute funktionieren. Sie liefern kein Argument, sie liefern einen Anlass hinzusehen. Genau daraus bestand ein guter Teil dieses Blogs, und genau deshalb sind die Fundstücke im Bookmarks-Bestand erhalten geblieben. Wo dieselbe Aufmerksamkeit im Alltag zu anderen Entscheidungen führt, etwa beim Material von Kleidung, steht unter Nachhaltige Mode.

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