Zum Inhalt springen
neidgrün

Bookmarks

Greenlinks vom 18. Oktober 2010

Vier Fundstücke aus dem Herbst 2010, vom Albino-Marienkäfer bis zur Zahnbürste. Drei davon sind heute noch relevant.

Dieser Beitrag erschien ursprünglich am 18. Oktober 2010 auf neidgrün. Wir haben ihn überarbeitet und ergänzt, wie die Themen ausgegangen sind.

Vier Fundstücke standen an diesem Herbsttag nebeneinander: ein Marienkäfer ohne Farbe, das Recycling ausrangierter Bücher, ein Ausschnitt aus dem Naturfilm Oceans und die Frage, wie ökologisch sich Zähne putzen lassen. Eine typische Mischung für dieses Blog, in der die Kuriosität den Einstieg macht und die Alltagsfrage am Ende steht.

Der Käfer ohne Muster

Weiße oder blasse Marienkäfer tauchen regelmäßig in Fotostrecken auf und werden dann als Albino bezeichnet. Meistens stimmt das nicht. Frisch geschlüpfte Marienkäfer sind hell und bekommen ihre Färbung erst über Stunden bis Tage, und daneben gibt es Arten und Farbvarianten, die von Natur aus wenig Zeichnung tragen. Echter Pigmentmangel ist bei Insekten selten und schwer zu belegen.

Interessanter als der Einzelfall ist, was sich seither bei den Marienkäfern verschoben hat. Der aus Asien eingeführte Harlekin-Marienkäfer, der ab den 2000er Jahren in Deutschland auftrat, ist heute vielerorts die häufigste Art. Er ist konkurrenzstärker als heimische Arten und frisst deren Larven mit. Was das über eingeführte Arten allgemein sagt und wie ein Garten heimische Insekten stützt, steht in der Rubrik Garten und Natur.

Was mit alten Büchern passiert

Der zweite Link drehte sich um Buchrecycling. Bücher, die nicht verkauft werden, gehen in die Vernichtung, das war 2010 so und ist es geblieben. Der Papierstoff daraus ist gut, weil er lange Fasern und wenig Störstoffe enthält, aber der Aufwand ist hoch: Bindungen, Klebstoff und beschichtete Umschläge müssen abgetrennt werden.

Verändert hat sich die Diskussion drumherum. Statt über das Recycling redet man heute über die Ursache, also über Auflagenplanung, Rückgaberecht des Handels und Druck auf Abruf. Kleine Auflagen, die bei Bedarf nachgedruckt werden, vermeiden den Kreislauf ganz. Dass Vermeiden vor Verwerten kommt, ist das Grundprinzip der ganzen Rubrik Müll vermeiden, und es gilt beim Papier so eindeutig wie sonst selten.

Oceans im Kino

Der Naturfilm Oceans lief 2010 in den Kinos, aufwendig produziert, mit Aufnahmen, die vorher so nicht zu sehen waren. Solche Filme haben eine doppelte Wirkung. Sie erzeugen Zuneigung zu einem Lebensraum, den fast niemand aus eigener Anschauung kennt, und sie zeigen ihn zugleich schöner und intakter, als er im Durchschnitt ist, weil eine Kamera dorthin fährt, wo es noch etwas zu filmen gibt.

Diese Spannung ist der Naturdokumentation geblieben. Neuere Produktionen gehen offener damit um und zeigen leere Riffe und Plastik im Magen von Seevögeln, was in den Fassungen von 2010 noch die Ausnahme war. Wie sich der Zustand der Meere seither entwickelt hat, ordnen wir in Klima und Natur verstehen ein.

Ökologisch Zähne putzen

Der praktischste Link des Tages war der letzte. Eine Zahnbürste wiegt wenig, wird aber oft gewechselt, und über ein Leben summiert sich das auf einige Kilogramm Kunststoff. Angeboten wurden damals Holzbürsten und Modelle mit Wechselkopf.

Die Bilanz ist bis heute unspektakulär. Der Griff aus Holz spart Material, die Borsten bestehen weiterhin fast immer aus Kunststoff, und ein Wechselkopfmodell spart mehr als jede Materialumstellung, weil nur der kleine Teil getauscht wird. Wichtiger als all das bleibt die Zahnpflege selbst, denn eine Zahnbehandlung wiegt in jeder Hinsicht schwerer als eine Bürste. Weitere Fundstücke aus dieser Zeit stehen unter Bookmarks.

Zuletzt aktualisiert am .