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Greenlinks vom 2. Dezember 2010

2010 galten Handyhersteller als Vorreiter beim Umweltschutz. Was aus dem Versprechen wurde und warum Löwenschutz besser lief.

Dieser Beitrag erschien ursprünglich am 2. Dezember 2010 auf neidgrün. Wir haben ihn überarbeitet und ergänzt, wie die Themen ausgegangen sind.

Diese Sammlung führte vier Themen zusammen, die nur die Rubrik gemeinsam hatten: ein Handyhersteller im Umweltvergleich, ein Projekt des WWF, ein Aquarium und die Löwenkrieger aus Kenia. Aus heutiger Sicht sind zwei davon interessanter geworden, als sie damals wirkten.

Das grünste Handy

Um 2010 gab es ein regelmäßig aktualisiertes Ranking, in dem Greenpeace Elektronikhersteller nach Schadstoffen, Rücknahmesystemen und Energieverbrauch bewertete. Ein finnischer Mobiltelefonhersteller stand darin über Jahre vorn, weil er problematische Flammschutzmittel und Weichmacher früher als andere aus seinen Geräten nahm und ein weltweites Rücknahmesystem betrieb.

Das Unternehmen ist als Telefonhersteller verschwunden, das Ranking wurde 2017 eingestellt. Der Anspruch dahinter ist geblieben und schwieriger geworden. Ein heutiges Smartphone enthält über dreißig Metalle, viele davon in Mengen von wenigen Milligramm. Zurückgewonnen wird bisher vor allem, was sich lohnt: Gold, Kupfer, Palladium, teilweise Kobalt aus dem Akku. Der Rest geht in die Schlacke.

Der wirksamste Hebel ist deshalb nicht das Recycling, sondern die Nutzungsdauer. Ein Gerät, das sechs statt drei Jahre läuft, halbiert die Herstellungslast pro Jahr, und in der Herstellung steckt der Großteil der Umweltwirkung eines Telefons. Reparierbarkeit, Ersatzteile und lange Softwareunterstützung sind damit Umweltfragen, nicht Komfortfragen. Wie sich dasselbe Prinzip auf andere Anschaffungen im Haushalt übertragen lässt, steht in der Rubrik Müll vermeiden.

Die Löwenkrieger

Der stärkste Link dieses Tages führte nach Kenia. Dort waren junge Massai, für die das Töten eines Löwen traditionell ein Statusbeweis war, in Projekte eingebunden worden, in denen sie Löwen aufspüren, mit Sendehalsbändern verfolgen und Viehhalter warnen, bevor es zu Rissen kommt. Aus Jägern wurden bezahlte Beobachter.

Der Ansatz hat funktioniert, und zwar besser als die meisten klassischen Schutzkonzepte. Er löst das eigentliche Problem, nämlich den Konflikt zwischen Raubtier und Viehwirtschaft, statt es zu verlagern. Vergeltungstötungen gingen in den beteiligten Gebieten stark zurück, die Bestände stabilisierten sich. Kontinental ist die Lage weiter kritisch, die Zahl der Löwen in Afrika ist seit den 1990er Jahren um mehr als die Hälfte gefallen, vor allem durch Lebensraumverlust.

Die Lehre daraus taucht im Naturschutz seither ständig auf: Schutz funktioniert dort dauerhaft, wo die Menschen vor Ort einen Vorteil davon haben. Was das für Konflikte in Mitteleuropa bedeutet, etwa bei Wolf oder Biber, ordnen wir in Klima und Natur verstehen ein.

Aquarium und Ausblick

Der leichteste Link des Tages war ein Aquarium, wie so oft in diesen Sammlungen ein Bild zum Verweilen. Auch Aquarien sind heute eine Umweltfrage, weil ein Großteil der gehandelten Meeresfische aus Wildfang stammt und Nachzucht nur bei einem kleinen Teil der Arten gelingt. Der Energieverbrauch für Beleuchtung, Pumpe und Heizung eines größeren Beckens liegt zudem in der Größenordnung eines Kühlschranks, was in der Rubrik Ökostrom und Energie nachgerechnet werden kann.

Weitere Fundstücke aus diesem Winter stehen unter Bookmarks.

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