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Greenlinks vom 6. Dezember 2010
Ein Salzsee in Kalifornien lieferte im Dezember 2010 die spektakulärste Meldung der Woche. Sie hielt nicht lange.
Dieser Beitrag erschien ursprünglich am 6. Dezember 2010 auf neidgrün. Wir haben ihn überarbeitet und ergänzt, wie die Themen ausgegangen sind.
Vier Themen standen an diesem Tag beieinander: Kunst als Protestform, Fairtrade, eine prominente Fürsprecherin für Umweltthemen und ein Salzsee in Kalifornien, der wenige Tage zuvor weltweit Schlagzeilen gemacht hatte.
Der Mono Lake und das Arsen-Bakterium
Anfang Dezember 2010 stellte ein Forschungsteam mit großem Aufwand einen Befund vor: In den arsenreichen Gewässern des Mono Lake sei ein Bakterium gefunden worden, das Arsen anstelle von Phosphor in seine Erbsubstanz einbaue. Wenn das stimmte, wäre eine der Grundannahmen über den Bau von Leben nicht mehr allgemeingültig. Die Meldung lief um die Welt.
Sie hielt nicht. Fachleute zerlegten die Methodik binnen Wochen, unabhängige Arbeitsgruppen konnten den Befund nicht reproduzieren, und 2012 war klar, dass das Bakterium bloß außergewöhnlich arsentolerant ist und weiterhin Phosphor benötigt. Der Fall gilt seither als Lehrstück über Wissenschaftskommunikation: ein aufwendig inszeniertes Ergebnis, das der Prüfung nicht standhielt.
Die eigentliche Geschichte des Mono Lake ist die bessere. Der See war über Jahrzehnte ausgetrocknet worden, weil seine Zuflüsse nach Los Angeles umgeleitet wurden. Der Wasserspiegel fiel um über zwölf Meter, Salzgehalt und Alkalität stiegen, das Ökosystem aus Salzkrebsen und rastenden Zugvögeln stand vor dem Zusammenbruch. Nach jahrelangen Verfahren legte ein Gericht 1994 einen Mindestpegel fest, seither steigt der See langsam wieder. Das ist eine der wenigen Umweltgeschichten mit einem messbaren Ergebnis. Wie solche Fälle einzuordnen sind, steht in Klima und Natur verstehen.
Fairtrade, fünfzehn Jahre später
Fairtrade war 2010 gerade auf dem Sprung aus dem Weltladen in den Supermarkt. Der Umsatz ist seither um ein Vielfaches gestiegen, den größten Teil machen bis heute Kaffee, Kakao und Bananen aus.
Die Bewertung ist differenzierter geworden. Der garantierte Mindestpreis wirkt vor allem, wenn der Weltmarktpreis niedrig ist, und die Prämie geht an Kooperativen, nicht an einzelne Höfe. Für Landarbeiter ohne eigenes Land ändert sich dadurch oft wenig. Das ist kein Argument gegen das Siegel, sondern eines gegen die Erwartung, ein Einkauf könne eine Agrarstruktur reparieren. Ähnliche Grenzen zeigen Sozialstandards in der Kleiderproduktion, nachzulesen in der Rubrik Nachhaltige Mode.
Kunst als Protest und Prominenz als Verstärker
Die beiden übrigen Links betrafen die Formen, in denen Umweltthemen transportiert wurden: eine Protestaktion mit künstlerischen Mitteln und eine bekannte Moderatorin, die sich für Umweltanliegen einsetzte.
Beides funktioniert bis heute nach denselben Regeln. Kunstaktionen erzeugen Bilder, die länger im Umlauf bleiben als Pressemitteilungen, und verlieren ihre Wirkung, sobald sie zur Routine werden. Prominente Fürsprache öffnet Reichweiten, die Verbänden verschlossen bleiben, und trägt genau so weit, wie die Person glaubwürdig bleibt. Was in beiden Fällen fehlt, ist die Umsetzung, die danach kommen müsste. Praktisches für den eigenen Garten steht unter Garten und Natur, weitere Fundstücke aus dieser Zeit unter Bookmarks.
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