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Greenlinks vom 7. Januar 2011

Zum Jahresauftakt 2011 zeigte die Elektronikbranche ihren grünsten Fernseher. Der wirkliche Fortschritt kam von woanders.

Dieser Beitrag erschien ursprünglich am 7. Januar 2011 auf neidgrün. Wir haben ihn überarbeitet und ergänzt, wie die Themen ausgegangen sind.

Die erste Linksammlung des Jahres 2011 begann dort, wo jedes Januarjahr der Elektronikbranche beginnt: bei den Neuvorstellungen. Der Aufmacher war ein Fernseher mit Gehäuse aus recyceltem Aluminium, sparsamer Hintergrundbeleuchtung und einer Fernbedienung ohne Batterien. Daneben standen kurze grüne Häppchen, eine Empörungsmeldung und ein Fotoprojekt, das Porträts von Frauen an Hauswände in Slums klebte.

Der grüne Fernseher

Das Gerät war ernst gemeint. Recyceltes Aluminium im Gehäuse spart gegenüber Primäraluminium den weit überwiegenden Teil der Energie, das Netzteil war effizienter als üblich, die Verpackung reduziert. In der Werbung wurde daraus ein Umweltprodukt.

Der Nachrechnung hält das nur zum Teil stand. Der Stromverbrauch von Fernsehern ist seit 2010 tatsächlich stark gesunken, pro Quadratzentimeter Bildfläche sogar dramatisch. Nur sind die Bildschirme im selben Zeitraum erheblich größer geworden, sodass der Verbrauch pro Gerät weit weniger fiel als die Effizienz stieg. Das ist ein Musterbeispiel für den Rückpralleffekt, der in Effizienzdebatten regelmäßig unterschätzt wird.

Dazu kommt die Nutzungsdauer. Ein Fernseher, der acht Jahre läuft, ist in der Gesamtbilanz besser als ein neuer, sparsamerer, der ihn nach vier Jahren ersetzt, weil die Herstellung eines Geräts mehr Energie kostet als mehrere Betriebsjahre. Wo genau der Haushaltsstrom hängt und welche Geräte tatsächlich ins Gewicht fallen, rechnen wir in der Rubrik Ökostrom und Energie durch. Warum die Herstellung so schwer wiegt, steht unter Müll vermeiden.

Grüne Häppchen

Ein weiterer Link führte auf eine Sammlung kurzer grüner Meldungen, wie sie damals in Serie produziert wurden. Diese Form ist inzwischen fast verschwunden, aufgesogen von sozialen Netzwerken, die dasselbe schneller und ohne Redaktion leisten.

Der Verlust ist größer, als er wirkt. Die Kurznachricht ohne Einordnung war schon 2011 problematisch, weil sie Meldungen gleich groß macht, unabhängig davon, ob es um eine Konzeptstudie oder um ein beschlossenes Gesetz geht. In der heutigen Form verstärkt sich das. Wer Umweltthemen einordnen will, braucht Größenordnungen, und Größenordnungen passen selten in eine Kurzmeldung. Der Versuch, sie trotzdem zu liefern, ist der Grund für die Rubrik Klima und Natur verstehen.

Women are Heroes

Der stärkste Beitrag des Tages war der leiseste. Ein französischer Fotograf hatte über Jahre Porträts von Frauen aus Kenia, Brasilien, Indien und Kambodscha aufgenommen, riesig vergrößert und auf Hauswände, Dächer und Züge in genau diesen Vierteln geklebt. 2011 kam die Kinofassung heraus.

Mit Umweltthemen hatte das nur mittelbar zu tun, und trotzdem gehörte es in diese Sammlung. Die Arbeit machte etwas sichtbar, das in Debatten über Ressourcen, Konsum und Lieferketten meist als Statistik auftaucht: die Menschen am anderen Ende. Dass ausgerechnet Papier und Kleister länger nachwirken als die meisten Kampagnenvideos desselben Jahres, ist eine der beständigeren Beobachtungen aus dieser Zeit.

Weitere Fundstücke aus den Jahren 2009 bis 2011 stehen unter Bookmarks, der Gesamtbestand im Archiv.

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