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Greenlinks vom 18. April 2010
Mitten im Flugverbot warnten Medien vor dem nächsten, größeren Ausbruch. Fünfzehn Jahre später ist er nicht gekommen.
Dieser Beitrag erschien ursprünglich am 19. April 2010 auf neidgrün. Wir haben ihn überarbeitet und ergänzt, wie die Themen ausgegangen sind.
An diesem Tag stand Europa still. Der Ausbruch des Eyjafjallajökull hatte seit dem 15. April den Luftraum über weiten Teilen des Kontinents gesperrt, und die Berichterstattung war in der Phase angekommen, in der sie nach dem nächsten Schrecken sucht. Ein großes Nachrichtenportal titelte an diesem Tag mit einer düsteren Prophezeiung: Der aktuelle Ausbruch sei womöglich nur der Anfang, als Nächstes sei der größere Nachbarvulkan Katla dran.
Die Prophezeiung, die nicht eintraf
Die Grundlage der Warnung war historisch. Drei der letzten bekannten Eyjafjallajökull-Ausbrüche wurden innerhalb von Monaten oder wenigen Jahren von einem Katla-Ausbruch gefolgt, und Katla ist der deutlich größere Vulkan. Aus dieser Beobachtung wurde in der Berichterstattung eine Regelmäßigkeit, aus der Regelmäßigkeit eine Ankündigung.
Bis heute ist Katla nicht ausgebrochen. Der Zusammenhang zwischen beiden Systemen wird von der isländischen Vulkanologie zwar untersucht, aber als statistisch dünn eingeordnet, denn drei Fälle sind keine Reihe. Die Episode ist ein brauchbares Beispiel dafür, wie aus einem schwachen Muster eine feste Erwartung wird, wenn ein Ereignis gerade viel Aufmerksamkeit bekommt.
Der Ausbruch selbst hat gereicht. Rund 100.000 Flüge fielen aus, es war die größte Luftraumsperrung Europas seit dem Zweiten Weltkrieg. Wie die Aschewolke aussah, zeigt die Bildstrecke Eyjafjallajökul: Bilder von Schutt und Asche aus derselben Woche.
Die Erwärmung, die sich in den Ozeanen versteckt
Ein zweiter Link an diesem Tag meldete, ein Rätsel sei gelöst: Die globale Erwärmung verstecke sich in den Ozeanen. Gemeint war die Frage, warum die gemessenen Lufttemperaturen in manchen Jahren langsamer stiegen, als es die Energiebilanz erwarten ließ.
Die Antwort hat gehalten und ist heute besser belegt als 2010. Der weit überwiegende Teil der zusätzlichen Wärme im System landet im Meer, nicht in der Luft. Der Wärmeinhalt der Ozeane steigt seit Jahrzehnten stetig und ohne die Schwankungen, die Jahresmittel der Lufttemperatur zeigen. Er gilt deshalb als der stabilere Indikator. Warum das so ist und was daraus für Meeresspiegel und Ökosysteme folgt, ordnen wir in Klima und Natur verstehen ein.
Klimaflüchtlinge, Ökofarben, Klärschlamm
Der Rest der Sammlung war Alltagsstoff der Umweltszene: ein Beitrag über Klimawandel und Migration, einer über mineralölfreie Druckfarben und ein Prüfzeichen für klimageprüften Druck, dazu Energie aus Klärschlamm.
Alle drei laufen weiter. Migration als Folge veränderter Lebensbedingungen ist heute ein eigenes Forschungsfeld mit vorsichtigeren Zahlen als 2010. Mineralölfreie Druckfarben sind Standard geworden. Und Klärschlamm ist inzwischen weniger als Energieträger interessant denn als Phosphorquelle, weil die Rückgewinnung mittlerweile vorgeschrieben ist.
Weitere Fundstücke aus dieser Woche stehen unter Bookmarks, der Gesamtbestand im Archiv.
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