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Islands Vulkan in Bildern
Im April 2010 verbreitete sich eine Bildstrecke zum Ausbruch des Eyjafjallajökull durch die halbe deutsche Blogosphäre. Ein Rückblick auf die Woche ohne Flugzeuge.
Dieser Beitrag erschien ursprünglich am 20. April 2010 auf neidgrün. Wir haben ihn überarbeitet und ergänzt, wie die Themen ausgegangen sind.
In der Woche, in der über Europa keine Flugzeuge flogen, verbreitete sich eine Fotostrecke durch die halbe deutsche Blogosphäre. Ein amerikanisches Nachrichtenportal hatte großformatige Aufnahmen vom Ausbruch des Eyjafjallajökull zusammengestellt, und weil die Bilder eine Qualität hatten, die man von Nachrichtenfotos nicht gewohnt war, verlinkte sie jeder. Dieser Beitrag war ein Verweis auf diesen Verweis, dazu eine Liste der Blogs, die ebenfalls darauf zeigten.
Was die Bilder zeigten
Der Reiz lag in einer Kombination, die selten zu fotografieren ist: Gletschereis über einem Ausbruchskrater, Blitze in der Aschewolke, Bauernhöfe unter grauem Staub, Pferde vor einer Wand aus Asche. Vulkanausbrüche werden meist aus großer Entfernung dokumentiert. Hier standen Fotografen mit ordentlicher Ausrüstung nah dran, weil Island gut erreichbar ist und die Gefahrenzone überschaubar blieb.
Aus derselben Woche stammen die Aufnahmen in unserem Beitrag Bilder von Schutt und Asche des Island-Vulkans. Wenige Wochen später, im Mai, entstand ein Zeitraffervideo, das die Aschewolke in Bewegung zeigt, festgehalten unter Timelapse der Aschewolke.
Warum ein mittlerer Ausbruch Europa lahmlegte
Vulkanologisch war der Ausbruch nicht außergewöhnlich. Entscheidend war die Kombination aus Gletschereis über dem Krater und der daraus folgenden Fragmentierung des Magmas. Wasser und Schmelze erzeugen sehr feine Aschepartikel, die hoch aufsteigen und über Tausende Kilometer transportiert werden, statt in Kraternähe zu Boden zu fallen.
Für Triebwerke ist genau diese feine Asche gefährlich, weil sie in der Brennkammer schmilzt und an den kühleren Turbinenschaufeln als Glas wieder erstarrt. Weil kein Grenzwert existierte, unterhalb dessen ein Flug als sicher galt, wurde der Luftraum pauschal gesperrt. Rund 100.000 Flüge fielen aus, etwa zehn Millionen Menschen strandeten.
Die Konsequenz kam schnell. Innerhalb von Wochen wurden Schwellenwerte für Aschekonzentrationen festgelegt und Zonen definiert, in denen mit Auflagen geflogen werden darf. Bei späteren isländischen Ausbrüchen blieb der Luftraum deshalb weitgehend offen. Das ist ein seltener Fall, in dem eine Krise binnen Monaten zu einer brauchbaren Regel geführt hat.
Was blieb
Die Aschekrise hat zwei Nachwirkungen. Die eine ist verkehrspolitisch: Sie zeigte, wie wenig Ausweichmöglichkeiten ein Kontinent hat, dessen Verbindungen fast vollständig über die Luft laufen, und wie schnell Lieferketten reagieren, wenn Fracht ausfällt. Die andere ist eine Größenordnung, die damals oft falsch zitiert wurde. Der Vulkan stieß Kohlendioxid aus, deutlich weniger allerdings als der ausgefallene Flugverkehr im selben Zeitraum eingespart hätte. Vulkane sind im globalen Kohlenstoffkreislauf ein kleiner Posten, ein Missverständnis, das sich bis heute hält. Wir ordnen es in Klima und Natur verstehen ein.
Die übrigen Bildstrecken und Fundstücke des alten Blogs stehen unter Bookmarks und im Archiv.
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