Archiv
Specials
Die längeren Stücke des Archivs. Hier standen Schwerpunkte, die über eine Meldung hinausgingen – zu den großen Umweltverbänden und zur politischen Lage dieser Jahre.
Specials waren die langen Stücke. Während in der Hauptrubrik Meldungen und Einordnungen liefen, standen hier mehrteilige Schwerpunkte, die ein Thema über Wochen verfolgten. Zwei davon prägen die Rubrik: die Arbeit der großen Umweltverbände und die politische Lage der Jahre 2009 bis 2011.
Die Verbände unter Beobachtung
Greenpeace und der WWF sind in Deutschland die beiden bekanntesten Umweltorganisationen und arbeiten grundverschieden. Die eine setzt auf Konfrontation, öffentliche Aktionen und die bewusste Weigerung, Geld von Unternehmen und Staat anzunehmen. Die andere setzt auf Kooperation mit genau diesen Akteuren, auf Runde Tische und auf Zertifizierungssysteme. Beide Modelle haben Stärken und beide haben eine typische Schwachstelle.
2011 wurde diese Frage öffentlich verhandelt. Eine ARD-Dokumentation warf dem WWF vor, durch seine Nähe zu Konzernen deren Geschäftsmodelle zu legitimieren, insbesondere in der Palmöl- und Sojaproduktion. Der Verband widersprach in mehreren Punkten und ging gegen einzelne Aussagen juristisch vor. Aus dem Streit über einzelne Behauptungen wurde eine Grundsatzdebatte darüber, ob ein Verband gleichzeitig Partner und Kontrolleur sein kann.
Die inhaltliche Seite der damaligen Vorwürfe, also die Frage nach Palmöl und Landnutzung, steht heute unter Palmöl. Die Muster der Kampagnenarbeit derselben Jahre stehen unter Aktiv werden.
Eine Ausnahmephase in der Politik
Der zweite Schwerpunkt war die politische Lage. Zwischen der gescheiterten Klimakonferenz von Kopenhagen und dem Ausstiegsbeschluss von 2011 rückten Umweltthemen kurzzeitig an die Spitze der Agenda. Im März 2011 stellten die Grünen nach der Landtagswahl in Baden-Württemberg erstmals einen Ministerpräsidenten in einem deutschen Bundesland, wenige Tage nach Fukushima und mitten in der Auseinandersetzung um ein großes Infrastrukturprojekt.
Vieles, was in dieser Phase über die Zukunft geschrieben wurde, hat sich nicht bewahrheitet. Die Aufmerksamkeit fiel nach 2011 deutlich zurück, bevor sie Ende des Jahrzehnts erneut anstieg. Für die Lektüre der alten Beiträge heißt das: Beschreibungen der damaligen Lage sind brauchbar, Prognosen daraus nicht.
Bemerkenswert ist im Rückblick, wie stark diese Phase von einzelnen Ereignissen getragen wurde und wie wenig von Argumenten. Die Ausstiegsentscheidung fiel nicht nach einer neuen Risikoanalyse, sondern nach Bildern aus Japan. Wer wissen will, warum Umweltpolitik in Wellen verläuft, findet in diesen Beiträgen ein ungewöhnlich sauberes Fallbeispiel.
Wo die Themen heute stehen
Die Sachfragen, an denen sich die Specials abgearbeitet haben, sind geblieben. Ihre heutige Fassung steht unter Klima und Natur verstehen, die energiepolitische Seite unter Ökostrom und Energie. Der Rahmen des Archivs steht unter Archiv.
Alle Themen in dieser Rubrik
Hopenhagen
Eine weltweite Kampagne machte aus Kopenhagen die Stadt der Hoffnung. Zwei Wochen später war der Gipfel gescheitert, und trotzdem war er nicht umsonst.
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Klimawandel erleben
Der Klimawandel war 2009 abstrakt, fern und statistisch. Kampagnen versuchten, ihn sichtbar zu machen. Heute übernimmt das die Wirklichkeit.
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Anti-Pelz-Kampagne
Prominente gegen Pelz war 2010 ein etabliertes Kampagnenformat. Anders als bei vielen Umweltthemen hat sich hier tatsächlich fast alles verändert.
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Häufige Fragen
Was unterschied ein Special von einem normalen Blogbeitrag?
Die Länge und die Anlage. Specials waren mehrteilige Schwerpunkte zu einem Thema, oft über mehrere Wochen verteilt, mit eigener Recherche statt Weiterverarbeitung von Meldungen. Sie standen deshalb in einer eigenen Rubrik.
Worum ging es in der WWF-Debatte von 2011?
Eine Fernsehdokumentation warf dem Verband vor, durch die Zusammenarbeit mit Konzernen aus Land- und Forstwirtschaft deren Praktiken zu legitimieren. Der Verband widersprach in mehreren Punkten und ging gegen einzelne Aussagen juristisch vor. Die grundsätzliche Frage dahinter, wie weit Kooperation gehen darf, ohne die Kritikfähigkeit zu verlieren, ist bis heute unbeantwortet.
Sind die politischen Einschätzungen von damals noch gültig?
Die Beschreibungen der Lage ja, die Prognosen selten. Die Jahre 2010 und 2011 waren eine Ausnahmephase, in der Umweltthemen kurzzeitig an die Spitze der politischen Agenda rückten. Wer aus dieser Phase auf die folgenden Jahre schloss, lag meist daneben.
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