Archiv
Naturtainment
Filme, Dokumentationen und Fernsehtipps. Die Jahre um 2010 waren die Hochzeit des Umweltdokumentarfilms im Kino, und die Rubrik hat das Woche für Woche mitgeschrieben.
Naturtainment war die Rubrik für alles Bewegte: Kinostarts, Fernsehtipps, Dokumentationen, Videofunde. Der Name war eine Zusammenziehung aus Natur und Entertainment und war programmatisch gemeint. Themen, die als Studie oder Verbandsmitteilung kaum jemanden erreichen, funktionieren als Film.
Warum ausgerechnet diese Jahre
Der Zeitraum von 2009 bis 2011 war eine ungewöhnlich dichte Phase für den Umweltdokumentarfilm im Kino. „Home“ erschien 2009 und wurde vom ersten Tag an kostenlos ins Netz gestellt, was damals ein Bruch mit der üblichen Auswertungslogik war. „Plastic Planet“ brachte im selben Jahr ein Thema in die Öffentlichkeit, das bis dahin überwiegend in Fachkreisen diskutiert wurde. 2010 folgte „Die 4. Revolution“ mit dem Argument, eine vollständig erneuerbare Versorgung sei technisch möglich – eine Behauptung, die damals als kühn galt. 2011 kam „Taste the Waste“ und machte Lebensmittelverschwendung zu einem Thema mit eigener Öffentlichkeit.
Diese Filme haben mehr für die Verbreitung ihrer Themen getan als die meisten Kampagnen derselben Jahre. Man merkt das dem Archiv an: Beiträge zu Kinostarts gehören zu den meistkommentierten der Rubrik.
Dazu kamen die Fernsehtipps, die den weitaus größeren Teil der Rubrik ausmachten. Tierdokumentationen der öffentlich-rechtlichen Sender, Reihen des britischen Naturfilms, gelegentlich eine Reportage über einen Konzern oder eine Region. Damals war das eine echte Dienstleistung, weil Mediatheken noch kaum etwas taugten und ein verpasster Sendetermin schlicht verpasst war. Genau diese Funktion ist mit dem Streaming vollständig weggefallen.
Was sich gut gehalten hat und was nicht
Filme, die einen Mechanismus zeigen, altern langsam. Wie Lebensmittel entlang der Kette aussortiert werden, warum das mit Normen und Kalkulation zu tun hat und weniger mit Verbraucherverhalten, ist 2026 dasselbe wie 2011. Die praktische Seite dazu steht heute unter Lebensmittel retten, und die Frage, welche Kunststoffe im Haushalt tatsächlich ins Gewicht fallen, unter Plastik im Haushalt.
Schlecht gealtert sind Filme mit konkreten Zahlen zur Energieversorgung. Was 2010 als optimistische Prognose galt, ist inzwischen von der Realität überholt worden, meist nach unten bei den Kosten und nach oben beim Ausbau. Der heutige Stand steht unter Ökostrom und Energie.
Bilder statt Bewegtbild
Die stehende Entsprechung dieser Rubrik waren die Fotostrecken, siehe Bilder. Die Einordnung des gesamten Archivs und die Erklärung, was mit den alten Texten gemacht wurde, steht unter Archiv.
Alle Themen in dieser Rubrik
Albert Schweitzer
Ein Kinofilm brachte 2009 einen Elsässer Arzt zurück ins Gespräch, dessen zentraler Satz lange vor der Umweltbewegung formuliert wurde.
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Malediven
Farbige Riffe, flache Inseln, kaum Höhe über dem Wasser. Die Malediven sind das Land, an dem sich zwei Klimafolgen gleichzeitig zeigen.
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Legehennen
Eine Kurzanimation von 2010 über ein Huhn und sein Ei. Der reale Hintergrund hat sich seither deutlich verändert, an einigen Stellen mehr als erwartet.
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Nacktkiemer
Sie sehen aus wie ein Fehler im Farbdrucker und sind eine der bestuntersuchten Gruppen im Riff. Was hinter den Mustern steckt.
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Katzen-WM
Ein Werbespaß zur Weltmeisterschaft 2010. Der Jagdtrieb, den er zeigt, hat draußen im Garten eine ernstere Seite.
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Riesenkrabbe
Bis zu 3,7 Meter Beinspannweite, ein Panzer, der nicht mitwächst. Wachsen heißt für dieses Tier, sich regelmäßig komplett wehrlos zu machen.
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Chamäleonzunge
Ein Muskel allein wäre zu langsam. Chamäleons speichern Energie in elastischem Gewebe und lassen sie schlagartig los.
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Großer Panda
Kaum ein Tier ist so oft abgebildet worden. Der Bestand hat sich tatsächlich erholt, allerdings nicht aus den Gründen, die man vermuten würde.
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Beifang
Jede Fangmethode hat einen Preis, und er steht selten auf der Packung. Ein Überblick, welches Netz was mitnimmt.
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Zoos und Artenschutz
Zwischen Freizeitpark und Arche liegt ein schmaler Streifen, auf dem tatsächlich Artenschutz stattfindet. Wie breit er ist, lässt sich beziffern.
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Häufige Fragen
Was war Naturtainment für eine Rubrik?
Der Ort für alles Bewegte. Kinostarts mit Umweltbezug, Dokumentationen im Fernsehen, Fundstücke aus Videoplattformen und gelegentlich Serien. Die Rubrik war bewusst weniger ernst gehalten als die Berichterstattung und sollte Themen über Bilder zugänglich machen.
Sind die empfohlenen Filme heute noch sehenswert?
Teilweise. Filme über Mechanismen wie Lebensmittelverschwendung, Kunststoffe im Alltag oder Wasserprivatisierung haben sich gut gehalten. Filme, die konkrete Energiezahlen oder Ausbauprognosen transportieren, sind überholt, weil sich die Kosten seither drastisch verändert haben.
Wo finde ich die Filme heute?
Das lässt sich nicht pauschal beantworten und ändert sich laufend. Einige stehen dauerhaft kostenlos im Netz, andere sind in Mediatheken nur zeitlich begrenzt verfügbar. Die Archivbeiträge nennen die Filme, nicht die heutigen Bezugsquellen.
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