Ökostrom
Strom sparen im Haushalt
Die größten Posten sind selten die, über die geredet wird. Wer weiß, wie viele Kilowattstunden ein Gerät im Jahr zieht, sortiert die Maßnahmen von allein richtig.
Stromsparen scheitert selten am Willen und meistens an der Reihenfolge. Wer bei der Beleuchtung anfängt und beim Warmwasser aufhört, arbeitet an einem Posten von vielleicht 150 Kilowattstunden, während daneben 1.500 durchlaufen. Deshalb zuerst die Zahlen, dann die Maßnahmen.
Typische Jahresverbräuche
| Posten | Kilowattstunden pro Jahr | Anmerkung |
|---|---|---|
| Warmwasser elektrisch | 500–800 je Person | größter Einzelposten, wenn vorhanden |
| Kühlschrank, 10+ Jahre alt | 250–400 | neues Gerät: 100–150 |
| Gefriergerät | 200–350 | stark abhängig von Alter und Standort |
| Waschmaschine | 120–220 | abhängig von Temperatur und Ladungen |
| Wäschetrockner, Kondensator | 300–450 | Wärmepumpentrockner: 150–200 |
| Spülmaschine | 200–280 | Eco-Programm spart deutlich |
| Herd und Backofen | 300–450 | |
| Unterhaltung und Computer | 200–500 | Gaming-PC allein bis 400 |
| Router, Repeater, Kleingeräte | 80–150 | läuft rund um die Uhr |
| Standby und Ruheverbrauch | 100–300 | verteilt über viele Geräte |
| Beleuchtung, LED | 80–200 | mit Halogen das Vier- bis Fünffache |
Die Werte sind Größenordnungen für einen Zweipersonenhaushalt, keine Messwerte für deine Wohnung. Sie taugen zum Sortieren, nicht zum Rechnen auf den Euro.
Warmwasser ist der Punkt, an dem sich alles entscheidet
Ob dein Warmwasser elektrisch erzeugt wird, macht mehr aus als jede andere Einzelfrage. Ein Durchlauferhitzer im Bad zieht für eine Dusche von fünf Minuten grob 2 bis 3 Kilowattstunden. Zweimal täglich duschen bedeutet über das Jahr eine vierstellige Zahl.
Wer elektrisch Wasser erwärmt, hat drei wirksame Stellschrauben: Duschdauer, Duschkopf und Temperatur. Ein Sparduschkopf mit sechs bis sieben Litern pro Minute statt zwölf halbiert die Wassermenge und damit die Energie. Das ist eine der wenigen Maßnahmen, die für unter 50 Euro dreistellige Jahresbeträge bewegt.
Kommt das Warmwasser aus der Heizung, taucht es in der Stromrechnung gar nicht auf, sondern beim Gas oder in der Fernwärmeabrechnung. Zur Einordnung, welches System sich für welches Gebäude eignet, siehe Wärmepumpe oder Gas.
Kühlen, waschen, trocknen
Kühl- und Gefriergeräte laufen 8.760 Stunden im Jahr. Deshalb wirkt hier jedes Watt Dauerlast stark. Praktisch: Der Standort neben Herd oder Heizung kostet spürbar Energie, ein Kühlschrank in einer 16 Grad kühlen Speisekammer läuft deutlich seltener an. 7 Grad im Kühlteil und minus 18 im Gefrierteil reichen, jedes Grad kälter kostet ungefähr 5 Prozent mehr. Vereiste Gefriergeräte brauchen deutlich mehr Strom als abgetaute.
Waschen: Nahezu der gesamte Verbrauch geht ins Aufheizen. 30 statt 60 Grad halbiert grob den Verbrauch pro Gang, moderne Waschmittel arbeiten in diesem Bereich zuverlässig. Volle Trommeln statt halber Ladungen sparen nicht durch Zauberei, sondern weil weniger Gänge nötig sind.
Trocknen: Der Trockner ist das teuerste Haushaltsgerät im Betrieb. Ein Wäscheständer kostet null Kilowattstunden. Wo das nicht geht, ist ein Wärmepumpentrockner rund halb so hungrig wie ein alter Kondenstrockner.
Standby und die kleinen Dauerläufer
Standby ist nicht das große Thema, als das es lange verkauft wurde, aber es ist auch nicht nichts. Ein Fernseher mit Soundbar, Konsole und Receiver kann zusammen 15 bis 25 Watt im Ruhezustand ziehen – das sind 130 bis 220 Kilowattstunden im Jahr und damit 45 bis 85 Euro.
Statt zu raten, lohnt eine Woche Messen mit einem Steckdosenmessgerät. Danach weißt du, welche Gerätegruppe eine schaltbare Leiste verdient und welche du ignorieren kannst. Router und Netzwerktechnik gehören übrigens nicht dazu; sie sollen laufen.
Die Grundlast finden
Ein einfacher Test zeigt dir, wie viel dein Haushalt rund um die Uhr zieht, ohne dass jemand etwas tut. Schalte abends alle bewusst genutzten Geräte aus, lies den Zählerstand ab und lies ihn nach genau einer Stunde erneut ab. Die Differenz ist deine Grundlast. Werte um 80 bis 120 Watt sind normal, 200 Watt und mehr deuten auf einen alten Kühlschrank, ein vergessenes Gerät im Keller oder eine Umwälzpumpe hin, die durchläuft.
Die Grundlast ist deshalb so wichtig, weil sie mit 8.760 multipliziert wird. Jedes eingesparte Watt Dauerlast sind 8,76 Kilowattstunden im Jahr, also rund drei Euro. 50 Watt weniger Grundlast bedeuten 438 Kilowattstunden und damit über 150 Euro – das schafft keine einzelne Verhaltensänderung so zuverlässig.
Was der eingesparte Strom wert ist
Rechne mit der einfachen Formel: eingesparte Kilowattstunden mal Strompreis. Bei 35 bis 40 Cent je Kilowattstunde ergibt das:
| Ersparnis | Wert pro Jahr |
|---|---|
| 100 kWh | 35–40 Euro |
| 300 kWh | 105–120 Euro |
| 800 kWh | 280–320 Euro |
Das ist auch der Maßstab, an dem sich Anschaffungen messen lassen. Ein Gerät, das 400 Euro kostet und 60 Euro im Jahr spart, hat sich nach knapp sieben Jahren gerechnet – vorausgesetzt, es hält so lange.
Wer den Verbrauch gesenkt hat, kann als nächsten Schritt über eigene Erzeugung nachdenken; wie viel ein Balkonkraftwerk realistisch beisteuert, steht dort mit Tabelle. Und wer den Reststrom günstiger oder sauberer beziehen will, findet die Vertragsseite unter Anbieter wechseln. Wie sich der Stromverbrauch zu Heizung, Mobilität und Ernährung verhält, ordnet CO2-Fußabdruck berechnen ein.
Strompreise ändern sich mehrmals im Jahr. Die Cent-Angaben hier sind Stand August 2026, dein Preisblatt ist die verbindliche Quelle.
Häufige Fragen
Wie viel Strom verbraucht ein durchschnittlicher Haushalt?
Ohne elektrische Warmwasserbereitung liegen ein Einpersonenhaushalt bei rund 1.300 bis 1.600, zwei Personen bei 2.000 bis 2.500, vier Personen bei 3.500 bis 4.500 Kilowattstunden im Jahr. Mit Durchlauferhitzer kommen je Person grob 500 bis 800 Kilowattstunden dazu. Die Spanne ist groß, weil Gerätealter und Gewohnheiten stärker wirken als die Personenzahl.
Lohnt es sich, einen alten Kühlschrank zu ersetzen?
Rechne es aus: Alter Verbrauch minus neuer Verbrauch, mal Strompreis, ergibt die jährliche Ersparnis. Bei einem Unterschied von 200 Kilowattstunden sind das rund 70 bis 80 Euro im Jahr, ein Gerät für 500 Euro hat sich damit nach etwa sieben Jahren gerechnet. Bei kleineren Unterschieden lohnt der Tausch aus Kostensicht meist nicht, und die Herstellung des neuen Geräts steht ebenfalls in der Bilanz.
Bringt es etwas, Geräte vom Netz zu nehmen?
Bei Geräten mit spürbarem Ruheverbrauch ja, besonders bei älterer Unterhaltungselektronik, Spielkonsolen, Kaffeevollautomaten und Netzteilen. Moderne Geräte liegen im Standby oft unter einem Watt und sind kaum relevant. Ein Messgerät für die Steckdose klärt in einer Woche, welche Gruppe eine abschaltbare Leiste verdient.
Wäsche bei 30 oder bei 60 Grad?
Der Löwenanteil des Verbrauchs einer Waschmaschine steckt im Aufheizen des Wassers. Von 60 auf 30 Grad zu gehen, halbiert den Verbrauch eines Waschgangs ungefähr. Alle paar Wochen ein heißer Gang mit Vollwaschmittel hält die Maschine geruchsfrei.
Was kostet eine Kilowattstunde aktuell?
Im Sommer 2026 liegen Haushaltstarife grob zwischen 30 und 42 Cent je Kilowattstunde, je nach Netzgebiet, Tarifart und Bonus. Maßgeblich ist das Preisblatt deines Anbieters, Orientierung geben die Auswertungen der Bundesnetzagentur.
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